Lawinenlagebericht vom Freitag, den 20.01.2017, um 07:30

Gefahrenstufenkarte

WAS?

Problem

WO?

Gefahrenstellen

Altschnee

Altschnee

Gefahrenstellen oberhalb von 1900m Problem 1 Expositionen

vermehrt schattseitig

Triebschnee

Triebschnee

Gefahrenstellen oberhalb von 2300m Problem 2 Expositionen

v.a. kammnah

Allgemeine Stufe

Tirol

Allgemeine Stufe

Tendenz

für morgen

Tendenz

gleichbleibend

R1 Arlberg Außerfern
R2 Westliche Nordalpen
R3 Östliche Nordalpen
R4 Silvretta - Samnaun
R5 Nördl. Ötztaler & Stubaier Alpen
R6 Tuxer Alpen
R7 Kitzbüheler Alpen
R8 Südl. Ötztaler & Stubaier Alpen
R9   Zillertaler Alpen
R10 Osttiroler Tauern
R11 Zentral-Osttirol
R12 Südliches Osttirol
1
gering
2
mäßig
3
erheblich
4
groß
5
sehr groß
© LWD Tirol | IfGR UNI Wien | DVT

WARUM? - Gefahrenmuster (gm):

gm.1 - bodennahe Schwachschicht vom Frühwinter
gm.6 - lockerer Schnee und Wind
gm.2 - Gleitschnee

Heimtückisches Altschneeproblem beginnend schattseitig von etwa 1900m aufwärts

Beurteilung der Lawinengefahr

Die Lawinengefahr bleibt höhenabhängig. Oberhalb etwa 1900m ist die Gefahr verbreitet erheblich, darunter mäßig, teilweise auch gering. Im südlichen Osttirol herrscht weiterhin geringe Gefahr.
Als besonders gefährlich entpuppen sich Schattenhänge beginnend von etwa 1900m aufwärts. Sehr gute Sprengerfolge, aber auch einige Lawinenauslösungen bestätigen dort die weiterhin zum Teil sehr hohe Störanfälligkeit von bodennahen Schwachschichten. Dies gilt insbesondere bis zu einem Höhenbereich von etwa 3000m hinauf. Darüber vermindern harte eingelagerte Windkrusten die Auslösebereitschaft von Lawinen. Das Altschneeproblem ist allerdings auch in besonnten Hängen zu beachten: W- und O-exponierte Hänge sind oberhalb etwa 2300m, S-Hänge oberhalb etwa 2600m betroffen.
Zusätzlich sollte in großen Höhen weiterhin auf kürzlich gebildete Triebschneepakete, speziell im kammnahen, sehr steilen Gelände sowie auf das Abgleiten von Schnee auf steilen Wiesenhängen in den schneereichen Regionen Tirols geachtet werden.

Bild 2017-01-20_0730

Schneedeckenaufbau

Innerhalb der Schneedecke findet man mitunter sehr ausgeprägte Schwachschichten in Form von aufbauend umgewandelten Kristallen, die zwischen Krusten eingebettet sind. Dies trifft für Schattenhänge oberhalb etwa 1900m zu. Mit zunehmender Seehöhe sind dann auch die übrigen Expositionen davon betroffen. Besonders leicht lässt sich die Schneedecke derzeit in eher windgeschützteren Schattenhängen an schneeärmeren Stellen stören. Es ist dort mitunter sogar wahrscheinlich, dass man Lawinen durch geringe Belastung auslöst.
Etwas geringere Auslösewahrscheinlichkeit ist dort gegeben, wo die Schwachschichten von viel Schnee überlagert sind bzw. zum Teil starker Wind harte und dicke Krusten oberhalb der Schwachschichten gebildet hat.
Als weitere Schwachschicht kommt unverändert der lockere, kalte Pulverschnee in Frage - dies v.a. in großen Höhen.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Bergwetter heute: Es steht ein optimaler Bergtag an, es scheint von der Früh an die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Zudem ist die Fernsicht im Hochgebirge sehr gut und am Vormittag ist es auf den Bergen milder als in den meisten Tälern. Temperatur in 2000m: -9 bis -4 Grad, Temperatur in 3000m: -11 bis -8 Grad, Höhenwind: mäßig bis teilweise lebhaft aus Südost.

Tendenz

Südwind führt in der Höhe zu neuen Verfrachtungen. Ansonsten keine ÄNderung der Situation.

[Autor: Patrick Nairz]