Lawinenlagebericht vom Sonntag, den 23.04.2017, um 07:30

Gefahrenstufenkarte

WAS?

Problem

WO?

Gefahrenstellen

Triebschnee

Triebschnee

Gefahrenstellen oberhalb von 2800m Problem 1 Expositionen

frisch, störanfällig

Nassschnee

Nassschnee

Gefahrenstellen unterhalb von 2800m Problem 2 Expositionen

Einstrahlung, Erwärmung

Allgemeine Stufe

Tirol

Allgemeine Stufe

Tendenz

für morgen

Tendenz

gleichbleibend

R1 Arlberg Außerfern
R2 Westliche Nordalpen
R3 Östliche Nordalpen
R4 Silvretta - Samnaun
R5 Nördl. Ötztaler & Stubaier Alpen
R6 Tuxer Alpen
R7 Kitzbüheler Alpen
R8 Südl. Ötztaler & Stubaier Alpen
R9   Zillertaler Alpen
R10 Osttiroler Tauern
R11 Zentral-Osttirol
R12 Südliches Osttirol
1
gering
2
mäßig
3
erheblich
4
groß
5
sehr groß
© LWD Tirol | IfGR UNI Wien | DVT

WARUM? - Gefahrenmuster (gm):

gm.6 - lockerer Schnee und Wind
gm.10 - Frühjahrssituation
gm.2 - Gleitschnee

Verbreitet mäßige, hochalpin gebietsweise noch erhebliche Lawinengefahr

Beurteilung der Lawinengefahr

Die Lawinengefahr in den Tiroler Tourengebieten ist zumeist mäßig. Oberhalb 2800m ist sie gebietsweise noch erheblich (unterer Bereich dieser Gefahrenstufe).
Gefahrenstellen für trockene Schneebrettlawinen befinden sich in schattseitigen, steilen Hängen und Kammlagen oberhalb etwa 2800m. Frische Triebschneeansammlungen sind zwar meist nur klein, wegen der Kälte aber spröde und daher häufig schon bei geringer Zusatzbelastung als Lawine auslösbar.
Im Tagesverlauf ist der Festigkeitsverlust der Schneedecke unterhalb 2800m zu beachten. Es steigt dann die Gefahr durch Selbstauslösungen von Feuchtschneerutschen, Nass- und Gleitschneelawinen. Das betrifft besonders steile Hänge, die von Ost über Süd bis West gerichtet sind.

Bild 2017-04-23_0730

Schneedeckenaufbau

in der vergangenen Nacht hat es im Außerfern, entlang der Nordalpen, in den Kitzbüheler Alpen sowie am Zillertaler und am Tauernkamm 10 bis 15cm Neuschneezuwachs gegeben. Im übrigen Nord- und Osttirol waren es nur wenige cm. Die Schneefallgrenze sank dabei gegen 1500m. Der Höhenwind aus Nordwest war stark, so dass es wieder zu Verfrachtungen kam. Frische Triebschneeansammlungen sind zwar meist nur klein, wegen der Kälte aber spröde und daher störanfällig.
Im Tagesverlauf sorgen starke Sonneneinstrahlung und Tageserwärmung vor allem im Westen Nordtirols für einen Festigkeitsverlust der Schneedecke.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Wetterlage: Es herrscht eine nordwestliche Höhenströmung über den Alpen. Nach einer Kaltfront kommt heute langsam trockene Luft nach Tirol, der Luftdruck steigt. Es gelangen zu Wochenbeginn milde Luftmassen zu uns, morgen Montag Zwischenhocheinfluss, am Dienstag Südwestströmung. Ab Mittwoch Wetterumstellung, Tiefdruckeinfluss mit ergiebigen Niederschlägen und spätwinterlicher Witterung.
Bergwetter heute: Die Kaltfront hat an der Alpennordseite und am Hauptkamm wenige Zentimeter frischen Schnee ab ca. 1500m Seehöhe gebracht. Tagsüber rasche Wetterbesserung von Westen her, in den Kitzbühler Alpen länger trüb. Südlich des Hauptkammes mit starkem Nordwind von Beginn an sonnig.
Temperatur in 2000m: -5 bis -2 Grad. Temperatur in 3000m: -12 bis -7 Grad. Höhenwind: anfangs starker, tagsüber mäßiger Wind aus West bis Nordwest.

Tendenz

Tageszeitlicher Anstieg der Lawinengefahr.

[Autor: Rudi Mair]