Lawinenlagebericht vom Montag, den 29.04.2013, um 07:30

Gefahrenstufenkarte 13/2013-04-29_0

Weiterhin verbreitet mäßige Lawinengefahr - Vorsicht vor nassen Lockerschneelawinen

Beurteilung der Lawinengefahr

Die Lawinengefahr bleibt mäßig. Die wichtigste Gefahrenquelle stellen weiterhin nasse Lockerschneelawinen dar. Diese können durch die im Tagesverlauf zunehmende Durchnässung der Schneedecke vermehrt oberhalb etwa 2000m im extrem steilen Gelände durch Wintersportler oder aber z.B. Wechtenbrüche ausgelöst werden. Auf steilen Wiesenhängen sind zudem vereinzelt noch Gleitschneelawinen zu beachten. Dies trifft v.a. dort zu, wo sich bereits Risse in der Schneedecke aufgetan haben. Allgemein gilt, dass man nicht nur wegen einer möglichen Lawinengefahr, sondern auch wegen besserer Schneequalität möglichst hoch und früh unterwegs sein sollte. Als Alternative bieten sich auch Pistenskitouren in Skigebieten an, wo der Betrieb bereits eingestellt wurde.

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Schneedeckenaufbau

Die Schneequalität lässt weiterhin zu wünschen übrig. Über Nacht konnte sich nämlich nur oberhalb etwa 2500m und dies vermehrt in Nordtirol ein meist tragfähiger Harschdeckel bilden. Darunter ist dieser brüchig und wird mit abnehmender Seehöhe zunehmend feucht. Schneebretter können am ehesten noch auf einem nassen Gemisch aus Schmelzformen und altem Schwimmschnee v.a. oberhalb etwa 2200m vermehrt im schattigen Gelände an schneearmen Stellen ausgelöst werden. Ansonsten findet man kaum Schwachschichten, was das vermehrte Auftreten von Lockerschneelawinen während der vergangenen Wochen erklärt. Der stürmische Wind kühlt die Schneedecke und wirkt sich dadurch in windexponierten Lagen positiv aus.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Allgemeine Wetterlage: Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt im Alpenraum für eine anhaltende Südströmung in der Höhe, die föhnig milde und leicht wechselhafte Verhältnisse bringt. Mehr Wolken und Schauer gibt es auf der Alpensüdseite. Bergwetter heute: Es ziehen wieder mehr Wolken über den Himmel, aber zeitweise kann man auf der Alpennordseite auch die Sonne genießen, häufiger nach Osten zu. Im Westen kann auch einmal eine Schauerlinie mit dem starken Südwind durchziehen. Um den Alpenhauptkamm und südlich davon ist es trüber und die Berge stecken oft auch im Nebel. Schauer kommen hier öfters vor, Schnee fällt oberhalb 2400 bis 2900m. Temperatur in 2000m 4 bis 9 Grad, in 3000m -1 bis 3 Grad. Mäßiger, auf Föhnbergen und im Hochgebirge starker bis stürmischer Süd- bis Südwestwind.

Tendenz

Keine wesentliche Änderung der Situation.

[Autor: Patrick Nairz]

Lawinenlagebericht vom Dienstag, den 30.04.2013, um 07:30

Gefahrenstufenkarte 13/2013-04-30_0

Mäßige Lawinengefahr bei häufig schlechter Schneequalität

Beurteilung der Lawinengefahr

Die Lawinengefahr kann unverändert als mäßig eingestuft werden, wobei das Hauptproblem weiterhin nasse Lockerschneelawinen darstellen. Diese lassen sich v.a. oberhalb etwa 2200m im extrem steilen Gelände durch den Impuls eines Wintersportlers auslösen. Aufgrund der warmen Temperaturen und des mancherorts zu erwartenden Regens nimmt zudem auch die Festigkeit von Wechten weiter ab, die nun häufiger brechen und in Folge ebenso Nassschneelawinen auslösen können. Vereinzelt ist auch noch mit Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen zu rechnen. Am vergleichsweise günstigsten sind die Verhältnisse derzeit oberhalb etwa 2800m. Dort kühlt der starke Wind die Schneedecke und wirkt sich somit günstig auf die derzeitige Situation aus.

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Schneedeckenaufbau

Warme Temperaturen, wenig Ausstrahlung während der Nachtstunden, vereinzelt Regen bis nahe an die 3000m hinauf stellen Faktoren dar, die der Schneedecke arg zusetzen. Diese ist inzwischen zumindest unterhalb etwa 3000m verbreitet feucht, mit abnehmender Seehöhe dann vollkommen durchnässt. Markante Schwachschichten innerhalb der Schneedecke sind selten anzutreffen. Am ehesten findet man in Bodennähe ein Gemisch aus Schmelzformen und nassem Schwimmschnee an schneearmen Stellen oberhalb etwa 2400m, vermehrt im Sektor W über N bis O. Lockerschneelawinen können derzeit v.a. oberhalb etwa 2200m ausgelöst werden, weil die Altschneedecke unterhalb etwa 2200m in Summe doch schon recht gut gesetzt ist.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Allgemeine Wetterlage: Im Zusammenhang mit einem Tief über der Iberischen Halbinsel wird nach wie vor milde Luft von Süden an die Alpen geführt, die zeitweise von Wolken begleitet wird. Das Tief rückt bis Freitag immer näher. Wie es mit diesem Tief am Wochenende weiter geht, ist in den Wettermodellen noch offen und entscheidend für unser Wetter. Bergwetter heute: Auf der Alpennordseite ist es unterschiedlich bewölkt, vor allem höhere Gipfel können auch zeitweise mit Nebel kämpfen. Die Sonne bleibt aber nicht aus, besonders am Nachmittag und abends steigen die Chancen, dass sie besser durchkommt. Einzelne Schauer sind dann aber auch vor allem in den westlichen Berggruppen möglich. Am Hauptkamm und südlich davon stauen sich die Wolken. Es ist meist trüb, teils neblig und zeitweise regnet es leicht, oberhalb etwa 2700m schneit es unergiebig. Temperatur in 2000m 6 bis 10 Grad, in 3000m 0 bis 3 Grad. Im Hochgebirge und in Föhnlagen starker bis stürmische Südwind.

Tendenz

Keine wesentliche Änderung der Situation. Weiterhin bilden nasse Lockerschneelawinen v.a. oberhalb etwa 2200m die Hauptgefahr.

[Autor: Patrick Nairz]

Lawinenlagebericht vom Mittwoch, den 01.05.2013, um 07:30

Gefahrenstufenkarte 13/2013-05-01_0

Voraussichtlich letzter Lawinenlagebericht der Saison

Beurteilung der Lawinengefahr

Die Lawinengefahr ist am 01.05. von der Seehöhe abhängig. Oberhalb etwa 1800m herrscht mäßige, darunter wegen der bereits weit fortgeschrittenen Ausaperung geringe Gefahr. Das Hauptproblem für den Wintersportler stellen unverändert nasse Lockerschneelawinen dar, die vermehrt oberhalb etwa 2300m im extrem steilen Gelände überall dort von Wintersportlern ausgelöst werden können, wo die Schneedecke oberflächig nass ist. Zu beachten ist, dass Lockerschneelawinen auch durch Wechtenbrüche ausgelöst werden können. Schneebrettlawinen wird man eher nur mehr in Ausnahmefällen auslösen können, am ehesten noch in sehr steilen Hängen im Sektor W über N bis O oberhalb etwa 2400m. Meist benötigt man dazu große Zusatzbelastung. Am ehesten ist dies durch den Impuls nasser Lockerschneelawinen denkbar. Auf steilen Wiesenhängen sind vereinzelt noch Gleitschneelawinen möglich. Bereiche unterhalb von Rissen sollten deshalb weiterhin möglichst gemieden werden. Günstiger sind die Verhältnisse derzeit oberhalb etwa 2800m, wo starker Wind die Schneedecke kühlt und sich somit positiv auswirkt.

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Schneedeckenaufbau

In tiefen und mittleren Höhenlagen schritt die Ausaperung während der vergangenen Woche rasch voran. Man findet dort immer seltener eine zusammenhängende Schneedecke. Allgemein ist die Schneedecke inzwischen bis über 3000m hinauf zumindest oberflächig feucht, mit abnehmender Seehöhe wird diese zunehmend bis zum Boden hin nass. Unterhalb etwa 2300m findet man zunehmend eine gut gesetzte Altschneedecke, die sich zu Sommerfirn umzuwandeln beginnt. Schwachschichten für Schneebrettlawinen sind selten anzutreffen, am ehesten an schneearmen Stellen in Bodennähe in Form von einem nassen Gemisch aus Schmelzformen und altem Schwimmschnee.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Allgemeine Wetterlage: Tirol verbleibt unter einer warmen südwestlichen Höhenströmung mit föhnigen Effekten in Nordtirol. Am Wochenende nähert sich von Südwesten her ein Tief und es wird niederschlagsanfällig. Die Temperaturen gehen dann leicht zurück. Bergwetter heute: Morgens noch stark bewölkt und ein paar Regenschauer im Westen, Schneefallgrenze um 3000m. Später in Nordtirol und Osttirol sonnig aber auch sehr windig. Nachmittags bis abends in den Lechtaler Alpen und südlich des Hauptkammes nennenswerte Gewitterneigung. Es folgt eine trockene aber durchwegs bewölkte Nacht auf Donnerstag, sternenklare Phasen sind selten. Temperatur in 2000m 10 Grad, in 3000m 1 Grad. Mäßiger bis starker, in den Tuxer Alpen wieder stürmischer Höhenwind aus Süd.

Tendenz

Ausblick: Die Verhältnisse werden umso besser sein, je klarer und kühler die vorangegangene Nacht war und je höher man unterwegs ist. Beachte den Tagesgang der Lawinengefahr. Gute Tourenmöglichkeiten gibt es auch auf höher gelegenen Pisten, wo der Betrieb bereits eingestellt wurde. Herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen während der vergangenen Wintersaison!

[Autor: Patrick Nairz]

aktuelle(s) gm

Hier finden Sie die tagesaktuell gültigen Gefahrenmuster (gm), wobei wir maximal bis zu drei gm auswählen. Jenes, welches zuerst angeführt wird, ist bedeutsamer als die folgenden Gefahrenmuster. Bei stabilen Verhältnissen werden keine Gefahrenmuster dargestellt.

Eine Beschreibung aller Gefahrenmuster finden Sie hier.

gefahrenmuster (gm) 10 - frühjahrssituation

Eine besondere Herausforderung für den Wintersportler, aber auch für Lawinenprognostiker sowie Lawinenkommissionsmitglieder stellt das Frühjahr dar. Selten liegen "sicher" und "gefährlich" zeitlich so eng beieinander, selten ist somit auch die Bandbreite der während eines Tages ausgegebenen Gefahrenstufen so groß. Einerseits ist die Lawinengefahr kaum einmal leichter einzuschätzen als bei stabilen Firnverhältnissen, andererseits werden aber auch kaum jemals während eines Winters so große Lawinenabgänge verzeichnet wie während kritischer Frühjahrssituationen.

Dabei spielt neben dem Schneedeckenaufbau das zum Teil komplexe Wechselspiel aus Lufttemperatur, Luftfeuchte, Strahlungseinfluss und Wind eine entscheidende Rolle. Für den Wintersportler sind zeitliche Disziplin sowie Flexibilität bei der Tourenplanung gefragter denn je.

Ein typisches Lawinenereignis zu diesem gm finden Sie hier 10.

gm 10 - frühjahrssituation

gefahrenmuster (gm) 2 - gleitschnee

Schnee gleitet bevorzugt auf steilen, glatten Flächen talwärts. Dabei bilden sich Gleitschneemäuler, also gut sichtbare, teilweise mehrere Meter tiefe Risse in der Schneedecke. Solche Gleitschneemäuler gelten entgegen einer alten, leider schwer auszurottenden "Lehrmeinung" nicht als günstige, sondern durchwegs als ungünstige Kriterien hinsichtlich eines möglichen Lawinenabgangs. Ein Gleitschneemaul deutet auf die Möglichkeit einer Gleitschneelawine hin, sagt jedoch nichts darüber aus, ob und wann die Schneemasse tatsächlich als Gleitschneelawine abgeht. Gleitschneelawinen zählen hinsichtlich des Abgangszeitpunktes zu den am schwierigsten vorhersagbaren Lawinen, weil diese auch bei allgemein stabilen Schneeverhältnissen zu jeder Tages- und Nachtzeit, sowohl am kältesten als auch am wärmsten Tag des Winters abgehen können. Zudem sind Gleitschneelawinen nicht durch Zusatzbelastung auszulösen.

Ein typisches Lawinenereignis zu diesem gm finden Sie hier 2.

gm 2 - gleitschnee