Lawinenlagebericht vom Donnerstag, den 17.04.2014, um 07:30

Gefahrenstufenkarte 14/2014-04-17_0

Überwiegend günstige Tourenverhältnisse

Beurteilung der Lawinengefahr

In den Tiroler Tourengebieten herrschen verbreitet günstige Verhältnisse, die Lawinengefahr ist meist mäßig.
Vereinzelte Gefahrenstellen für trockene Schneebrettlawinen findet man noch in Kammlagen und schattseitigen Steilhängen oberhalb etwa 2400m. Triebschneepakete können dabei in seltenen Fällen noch durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden.
Unterhalb 2400m ist der leichte Festigkeitsverlust der Schneedecke im Tagesverlauf zu beachten. Hier sind in Folge einzelne Feuchtschneerutsche und oberflächliche Lockerschneelawinen möglich.
Große Nassschneelawinen sind wegen der tiefen Temperaturen der vergangenen Tage kaum zu erwarten.

Bild 14/2014-04-17_0

Schneedeckenaufbau

Neuschnee und Triebschnee der vergangenen Niederschlagsperiode haben sich inzwischen schon wieder gesetzt und etwas verfestigt. Auch die Verbindung mit der Altschneedecke hat zugenommen. In hohen, schattseitigen Kammlagen lagert Triebschnee zum Teil auf Graupel und ist daher noch störanfällig.
In tiefen und mittleren Lagen sorgen Tageserwärmung und Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf für einen leichten Festigkeitsverlust der oberen Schneeschichten.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Wetterlage: Zwischen einem abziehenden Tief bei der Adria und einer neuen Tiefdruckentwicklung über der Nordsee herrscht heute Zwischenhocheinfluss. Von Freitag auf Samstag zieht eine Kaltfront
durch.
Bergwetter heute: Ein wunderschöner Tag auf Tirols Bergen, Sichteinschränkungen durch Hochnebel unterhalb von 1000 bis 1400 m sind am Vormittag noch möglich. Darüber scheint durchwegs die Sonne, im Laufe des Tages bilden sich ein paar Hang- und Quellwolken.
Temperatur in 2000m zwischen -6 bis 0 Grad, in 3000m zwischen -12 bis -3 Grad.
Höhenwind: Mäßiger Wind aus Nord bis Nordost.

Tendenz

Mit etwas Schneefall verbreitet mäßige Lawinengefahr.

[Autor: Rudi Mair]

Lawinenlagebericht vom Freitag, den 18.04.2014, um 07:30

Gefahrenstufenkarte 14/2014-04-18_0

In den Morgenstunden noch günstige Verhältnisse, dann leichter Anstieg der Lawinengefahr

Beurteilung der Lawinengefahr

In den Morgenstunden herrschen noch überwiegend günstige Verhältnisse mit verbreitet geringer Lawinengefahr. Ab den Mittagsstunden steigt die Lawinengefahr mit der Kombination Neuschnee+Wind etwas an und wird dann zumeist mäßig.
Die Hauptgefahr geht dann von frischen Triebschneeansammlungen aus. Da diese eher spröde sind, können sie vereinzelt schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen und Kammlagen aller Expositionen, hauptsächlich oberhalb etwa 2400m.
Aus steilen Einzugsgebieten sind fallweise auch kleine, oberflächliche Lockerschneelawinen zu erwarten.

Bild 14/2014-04-18_0

Schneedeckenaufbau

Neuschnee und Triebschnee von Anfang der Woche haben sich inzwischen gut gesetzt und verfestigt, auch die Verbindung mit der Altschneeoberfläche ist zumeist gut.
Zu beachten ist, dass es heute ab den Mittagsstunden zu schneien beginnt. Der Höhenwind aus westlichen Richtungen sollte dabei durchwegs über Verfrachtungsstärke liegen, so dass es wieder zur Bildung frischer, eher kleinräumiger Triebschneepakete kommt. Auf Grund der winterlichen Temperaturen ist dieser Triebschnee spröde und daher recht störanfällig.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Wetterlage: Ein Tiefdruckgebiet zieht von Skandinavien langsam Richtung Süden und führt eine Kaltfront mit. Diese trifft heute Freitag ein. Am Wochenende liegt Tirol genau zwischen zwei kleinräumigen Tiefs. Es wird freundlich, aber nicht ganz stabil.
Bergwetter heute: Die Berge geraten von Nordwesten her zunehmend in Wolken, die Sicht wird schlechter und es kommt ab Mittag vermehrt Niederschlag auf. Dabei sinken die Temperaturen, es schneit in den Nordalpen allmählich bis in viele Täler. Bis morgen früh sind etwa 10-20cm Neuschnee zu erwarten.
Temperatur in 2000m um -3 Grad, in 3000m um -8 Grad.
Höhenwind: lebhaft, in den Nordalpen stark aus westlichen Richtungen.

Tendenz

Mit Neuschnee und Wind leichter Anstieg der Lawinengefahr.

[Autor: Rudi Mair]

Lawinenlagebericht vom Samstag, den 19.04.2014, um 07:30

Gefahrenstufenkarte 14/2014-04-19_0

Verbreitet mäßige Lawinengefahr. Achtung auf frischen Triebschnee!

Beurteilung der Lawinengefahr

Die Lawinengefahr in Tirol ist mit Neuschnee und Wind leicht angestiegen und verbreitet als mäßig einzustufen.
Die Hauptgefahr bilden dabei frische Triebschneeansammlungen, die sich gestern während des Schneefalls gebildet haben. Diese Triebschneepakete sind zwar meist klein, wegen der anhaltend tiefen Temperaturen aber spröde und damit störanfällig. Zum Teil reicht schon geringe Zusatzbelastung aus, um eine Lawine auszulösen (würde der stufe 3 entsprechen)!
Die Gefahrenstellen liegen in Triebschneehängen und Kammlagen oberhalb etwa 1800m, bevorzugt in den Expositionen von West über Nord bis Ost.
Aus steilen Einzugsgebieten ist auf vereinzelte Selbstauslösungen kleiner, oberflächlicher Lockerschneelawinen zu achten.

Bild 14/2014-04-19_0

Schneedeckenaufbau

Eine Kaltfront sorgte ab gestern Mittag für Neuschneezuwachs in Tirol.
Entlang des Alpenhauptkammes fielen dabei bis 20cm Schnee, in den übrigen Regionen meist um 10cm. Der Höhenwind aus westlichen Richtungen lag meist über Verfrachtungsstärke, so dass es in hohen Lagen zur Bildung frischer Triebschneeansammlungen kam.
Auf Grund der winterlich tiefen Temperaturen ist dieser Triebschnee spröde und damit recht störanfällig.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Wetterlage: Die nächtliche Kaltfront zieht ab, Tirol liegt zwischen zwei kleinräumigen Tiefs, die Luft trocknet vorübergehend etwas ab. Die Luftmasse bleibt aber in den Folgetagen sehr labil und damit schaueranfällig.
Bergwetter heute: Schneeschauer ziehen ab, Wolken und Nebel lichten sich und wandeln sich in Quellwolken um, die Sichten werden immer besser. In den Südalpen hängen Wolken und Schauer länger, nachmittags aber auch hier leichte Besserung. Mit den Temperaturen geht es tagsüber steil bergauf. Frostgrenze über 2000m steigend.
Temperatur in 2000m um 1 Grad, in 3000m um -6 Grad.
Höhenwind: anfangs noch lebhaft bis stark, tagsüber meist nur mehr mäßig aus Südost.

Tendenz

Verbreitet mäßige Lawinengefahr.

[Autor: Rudi Mair]

aktuelle(s) gm

Hier finden Sie die tagesaktuell gültigen Gefahrenmuster (gm), wobei wir maximal bis zu drei gm auswählen. Jenes, welches zuerst angeführt wird, ist bedeutsamer als die folgenden Gefahrenmuster. Bei stabilen Verhältnissen werden keine Gefahrenmuster dargestellt.

Eine Beschreibung aller Gefahrenmuster finden Sie hier.

gefahrenmuster (gm) 6 - kalter, lockerer neuschnee und wind

"Der Wind ist der Baumeister der Lawinen": Dieser klassische Spruch von Wilhelm Paulcke aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts gilt auch heute noch unverändert. Wind beeinflusst sowohl den fallenden als auch den bereits abgelagerten Schnee und ist einer der wesentlichsten Lawinen bildenden Faktoren. Bei lockerem, trockenen Schnee führt Wind immer zu Verfrachtungen und damit zu einer Zunahme der Lawinengefahr!

Je kälter der verfrachtete Schnee, desto empfindlicher reagiert er auf Belastung, weil die Sprödigkeit zunimmt. Dieses Gefahrenmuster unterscheidet sich von gm.5 dadurch, dass der kalte, lockere Schnee nicht während einer langen Kälteperiode, sondern kurzfristig entstanden ist. Es hat also entweder kurz zuvor bei kalten Temperaturen ohne Wind geschneit und dann zu wehen begonnen oder aber es beginnt ohne Windeinfluss zu schneien, wobei der Wind während des Schneefalls an Stärke zunimmt. Ein Muster, das sich in der Regel recht gut erkennen lässt.

Ein typisches Lawinenereignis zu diesem gm finden Sie hier 6.

gm 6 - kalter, lockerer neuschnee und wind